Kindersachen


Die Raupe Lisa

Die Raupe Lisa ist keine richtige Raupe. Sie hat ein schwarzes Wuschelfell, Knopfaugen und einen Mund aus rotem Garn.
Lisa ist die beste Freundin von Tine, einem kleinen Mädchen. Beide sind unzertrennlich. Geht es morgens in den Kindergarten, trägt sie ihre Raupe im Arm. Beim Mittagessen darf Lisa neben dem Teller sitzen und weil sie immer dabei ist, kennt sie natürlich alle Dummheiten, die Tine anstellt.
Manchmal muss sich auch die Raupe Lisa über ihre Freundin ärgern. So wie gestern auf dem Spielplatz.
Tine hatte ihr neues Dreirad mitgenommen, doch als Tine das Klettergerüst sah, vergaß sie das schöne Dreirad.
Mama-Susanne stand neben dem Klettergerüst und passte auf, dass sich Tine ganz fest hält und immer auf ihre Füße schaut, damit sie nicht neben eine Sprosse tritt und herunterfällt.
Das ist aber nicht der Grund weshalb sich Lisa ärgern musste. Tine vergaß beim Klettern das Dreirad, es stand herum und ein anderes Mädchen wollte gerade damit fahren. Es war das Mädchen mit dem Tine oft spielte. Als Tine das sah, fing sie an zu schreien, vergaß dass sie auf dem Klettergerüst stand und wäre beinahe von der obersten Sprosse abgerutscht, wenn Mama-Susanne sie nicht festgehalten hätte.
Tine’s Mama muss natürlich schimpfen und Tine wußte warum. Das Mädchen auf dem Dreirad hatte so oft mit Tine gewippt und Tine wollte gerade klettern, weshalb sollte also das Mädchen nicht mit Tine’s Dreirad fahren können?
Es ist schon dunkel. Tina und Raupe Lisa liegen im Bett und Tine’s kleine Tränen machen Lisa’s Fell ganz nass. Tine ist sehr unglücklich und die Lisa würde sie gern trösten und ihr sagen, dass es doch immer Tine’s Dreirad bleibt, auch wenn sie einen anderen damit fahren lässt. Das gehört zum Spielen, genauso wie man nur zu Zweit Wippen kann. Aber Lisa ist nur ein Wuscheliger und Kuscheltiere können leider nicht sprechen.
Doch bald kullerten keine Tränen mehr; denn die Tür geht auf und Tine’s Mama steht am Bett, gibt Tine einen Kuss auf die Stirn und deckt sie noch einmal zu. Lisa ist froh, dass sich alle wieder vertragen.
Bevor Tine einschläft, sagt sie zu ihrer Raupe Lisa, dass mache ich bestimmt nicht wieder.
Die Raupe Lisa kann nicht schlafen
Was macht eine kleine Raupe in der Nacht, wenn der Mond kugelrund und fast so hell wie die Sonne, zum Fenster herein schaut?
Die Raupe Lisa liegt im Arm von Tine und ist hellwach.
Durch das Mondlicht kann sie die Gegenstände im Zimmer erkennen. Sie sieht den Schrank, das Schaukelpferd, die Blumen im Fenster, Stuhl und Tisch, den runden Ball, ja, selbst die Bilder an der Wänden kann sie deutlich erkennen.
Alles wirkt geheimnisvoll und macht Lisa neugierig.
Sie steigt aus dem Bett, spielt mit dm Ball bis das Schaukelpferd böse wird, denn Lisa hat das Pferd geweckt. „Kannst Du nicht leise sein“, wiehert es , „alle Menschen liegen im Bett und wollen schlafen auch wenn es manchmal nicht einfach ist, gleich einzuschlafen.
Lisa kriecht weiter ins Wohnzimmer. Aber auch hier ist alles still, genauso still ist es in der Küche wo nur ab und zu ein Wassertropfen in das Becken platscht. Lisa weiß, dass es keine Gespenster gibt, do plötzlich bekommt sie Angst, hört überall Geräusche , im Ofen knistert es , im Küchenschrank tanzen die Tellert und Kassen, eine Katze miaut, der Hund bellt.
Lisa kriecht schnell weiter in das Zimmer, wo die Mama und der Papa schlafen. Der Wecker macht tick-tack-tick-tack. Mama-Susanne dreht sich im Bett unruhig herum und Papa-Thomas hustet ein wenig.
Raupe Lisa muss jetzt leise lachen. Wie dumm von ihr, Angst vor Geräuschen zu haben, die sie jetzt hören kann, weil alles andere still ist. „Warum musste ich auch aus dem Bett krabbeln“, denkt Lisa. „Alles schläft in der Nacht, man kann nicht spielen und morgen bin ich den ganzen Tag müde.“
Ganz schnell legt sich Lisa wieder in den Arm von Tine, macht die Augen zu, es ist warm und gemütlich, und es dauert nicht lang, bis auch Lisa endlich einschläft.

Warum, Warum?

Tine ist ein sehr neugieriges Mädchen.
„Warum sind die Blätter grün? Warum ist das Eis kalt?
Warum bin ich kein Junge?“
Auf manche Fragen kann man ihr keine Antwort geben. Doch Mama und Papa geben sich große Mühe, Tine alles so gut es geht, zu erklären; wenn sie zum Beispiel wissen will, warum sie abends müde ist und schlafen muss.Dann kann Mama ihr sagen, dass sie den ganzen Tag gespielt hat, dass es anstrengt, von früh bis spät zu laufen, zu tragen, zu hüpfen und sich alles anzusehen. Außerdem muss man schlafen, wenn man groß werden und in die Schule gehen will. Es gibt auch ganz andere Fragen, die Tine schon selbst beantworten kann. Doch es macht ihr Spass immer wieder zu fragen.
Als sie mit Papa vom Kindergarten nach Hause geht, bleibt Tine plötzlich stehen und fragt: „Warum fahren die Autos?“ Papa sagt: „Weil die Menschen schnell nach Hause wollen.“ Eine wirklich schwierige Frage., vielleicht sind die Autos müde und wollen schnell nach Hause? Papa weiß sich keinen Rat mehr und erzählt Tine vom Motor und dem Benzin.
Nein, die Frage ist auch nicht richtig und Tine fragt erneut: „Warum fahren die Autos?“ Papa weiß nicht weiter und wird ungeduldig. Tine tröstet ihn und gibt ihm die einfache Antwort, „ na weil die Autos Räder haben!“

Was ich alles bin

Für Mama bin ich ein kleines Reh,
für Papa die kleine Fee.
Omi sagt: Mein Entlein.
Opa ruft mich Mausebein.
Mein Bruder nennt mich Ratze,
schleichen kann ich wie eine Katze,
blöken wie ein Lamm
und blasen auf einen Kamm.
Dann bindig noch das Täubchen.
Wenn ich bocke heißt’s: hat ein Stäubchen,
und komm ich vom Spielplatz,
bin ich ein kleiner Dreckspatz.
Lisa kann nicht schlafen
Raupe Lisa kann nicht schlafen, findet keine Ruh,
sie steht am offenen Fenster und schaut dem Mond beim Leuchten zu.
Sie tappert aus dem Zimmer bis in den dunklen Flur,
überall ist Stille, der Wecker tick-tackt nur.
Die Wassertropfen tropfen ins Becken rein ganz leise
und unsere kleine Lisa bekommt Angst auf ihrer Reise.
Die Katze schleicht herum,
faucht: Lisa sei nicht dumm!
Husch, husch, nun schnell ins Bett zurück,
sonst wirst du Morgen müde sein!

Tine bekommt ein Brüderchen

Der Bauch von Mama wird immer runder.
Darin wächst ein Brüderlein.
Mama darf nicht schwer heben.
Deshalb lasse ich mich nicht mehr tragen.
Papa wäscht das Geschirr
und kauft ein.
Ich habe an Mamas Bauch gehört, wie
das Herz schon klopft und es sich bewegt.
Wir haben einen Kinderwagen gekauft
und Spielsachen für unser Baby.
Endlich ist es soweit.
Papa ist mit Mama in das Krankenhaus gefahren.
Dort bekommt Mama unser Baby, weil
ihr der Arzt und die Krankenschwester ihr dort dabei helfen können.
Die Schwester badet unser Baby, solange Mama noch Müde ist.
Mama legt es an die Brust,
wenn es Hunger hat.
Dann bekommt es frische Windeln
und einen Kuss.
Wenn Mama wieder zu Hause ist,
gehen wir alle spazieren.
Hinter einer Glasscheibe zeigte uns die Schwester Papa und mir mein Brüderlichen, dass aus meinen brüderchen ein Schwesterchen geworden ist.

Was man nicht mit Tieren machen darf

Es war ein heißer Sommertag. Mama und Thomas machten Urlaub und auch Tine ruhte sich vom Kindergarten aus.
Jeden Tag gab es Neues zu entdecken. An dem einen Tag fuhren sie mit einem richtigen Schiff. Tine kannte bis dahin nur ihr kleines Boot, mit dem sie in der Wanne spielte. Und dieses große Schiff fuhr über einen großen See und das Schiffshorn blies tief und laut, wenn ein anderes entgegenkam. Schwäne und Enten sah Tine, die sie mit Keksen füttern durfte. Am Ufer saßen Männer mit einer Angel und warteten bis ein Fisch daran zappelte. Tine war darüber sehr traurig; denn sie hatte alle Tiere sehr lieb.
Sobald Tine auf der Straße einen Hund sah, wollte sie ihn umarmen wie ihre Raupe Lisa, die sie immer ganz doll drücken konnte. Auch Mama-Susanne und Papa-Thomas, ebenso Oma und Opa, sie alle freuten sich darüber, also warum nicht auch einen Hund drücken oder die Katze Coco mit der sie zu Hause spielen wollte.
Doch seit kurzem weiß Tine, das Tine es nicht gern haben, wenn man sie wie Puppen oder Menschen lieb hat. Tine ging mit ihrer Mama einkaufen. Da begegnete ihr ein Hund der war genau so groß wie sie selbst. Also ein sehr großer Hund, denn wenn man drei Finger zeigen kann und dazu sagt, „ich bin drei Jahre“, geht ein Kind schon fast in die Schule.
Dieser Hund schaute nun Tine neugierig an und kam mit seiner feuchten Nase und gab Tine beinahe einen Kuss. Tine fasste ihn um den Hals und wollte ihn gerade an ihr Herz nehmen, da fing der Hund ganz fürchterlich an zu bellen. Tine bekam einen Schreck und fing zu weinen an. Mama-Susanne musste sie wieder trösten und ihr wie so oft sagen,dass man das nicht machen darf.
Aber kaum zu Hause angekommen, Mama ging in die Küche und packte das Gemüse für die Suppe aus, sah Tine die Katze Coco auf dem Stuhl schlafen; sie nahm einen Pullover und wollte sie zudecken. Coco machte nur ein Auge auf und dachte vielleicht, ach Tine, Katzen brauchen doch keine Decke zum wärmen. Tiere haben doch ein Fell. Doch als Tine auch die Katze umarmen wollte, war es ihr zu viel und sie fauchte und kratzte und lief schnell in eine dunkle, ruhige Ecke.
Tine schrie und weinte. Zuerst war Mama besorgt, denn sie dachte, dass Tine von einer.c Wespe gestochen worden ist. Doch als sie den kleinen Kratzer sah und hörte, das Tine wieder die Katze nicht in Ruhe gelassen hatte, erklärte sie ihr noch einmal was man nicht mit Tieren machen darf.
Weißt Du es?

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